Nairobi – afrikanische Metropole mit vielen Facetten

Kenia steht für viele als Synonym für Nationalparks, strenge Artenschutzgesetze und Safaris, bei denen man die sogenannten „Big Five“ – also Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard – zu Gesicht bekommt. Doch das ostafrikanische Land bietet auch Städtetouristen interessante Ziele wie die Hauptstadt Nairobi. Über drei Millionen Menschen leben in der Metropole im südlichen Kenia. Wegen ihrer Lage auf durchschnittlich über 1.600 Metern zählt Nairobi nicht nur zu den höchstgelegenen Hauptstädten Afrikas, sondern sie beschert dadurch trotz der Nähe zum Äquator ein verhältnismäßig angenehmes Klima: Die sommerlichen Tageshöchsttemperaturen in den Monaten Februar und März liegen um die 26 Grad Celsius. Das Herz Nairobis schlägt zwischen der Kenyatta Avenue – einer prachtvollen Allee – und der Moi Avenue in der modernen City mit dem Central Business District, die großenteils hypermoderne Hochhausbauten prägt. Hier befinden sich neben Bürogebäuden und Ministerien auch zahlreiche Geschäfte, hochklassige Restaurants und bestens ausgestattete Hotels. Neben Shoppen, Genießen und Faszinierende-Häuser-Anschauen bietet Nairobi viele interessante Museen.

Nicht versäumen sollte man einen Besuch des National Museum of Kenya, etwas außerhalb des Stadtzentrums auf dem Museum Hill zu finden. Neben einer Sammlung zeitgenössischer kenianischer Kunst und einem Herbarium präsentieren die verschiedenen Ausstellungsbereiche Exponate aus den Bereichen Paläoanthropologie, Geologie und Geschichte. Zu den Highlights gehören Tierpräparate, die von Schmetterlingen über Kolibris bis hin zu einem imposanten Walskelett und einem Elefanten reichen. Ebenso interessant: die ausgestellten Gebrauchsgegenstände einheimischer Völker. Dem Museum angeschlossen ist der Botanische Garten mit einem Naturlehrpfad voller exotischer Pflanzen. Wenige Kilometer südöstlich Nairobis wartet mit „Bomas of Kenya” das afrikanische Volkskundezentrum, in dem man der Lebensweise afrikanischer Völker und ihrer Tänze auf spannende Weise näherkommt. Historische Spuren findet man in und um Nairobi ansonsten kaum, denn die kenianische Hauptstadt ist eine der jüngsten Städte Afrikas und verdankt ihre Gründung eher einem Zufall. Die 1899 angelegte Siedlung diente ursprünglich nur als vorübergehende Zwischenstation während des Baus einer Eisenbahnlinie.

Natürlich nicht zu verzichten braucht man beim Nairobi-Besuch auf die afrikanische Tierwelt. Im Vorort Karen, nur fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, lockt das Langatta Giraffe Center mit mehreren Hundert Rotschildgiraffen. Von einem Turm aus kann man den majestätischen Tieren in die Augen schauen und darf sie sogar füttern. Direkt gegenüber vom Giraffenzentrum beginnt ein kurzer Naturlehrpfad, den man allein oder mit fachkundiger Führung erkunden kann. Wer Elefanten und Nashörnern begegnen möchte, sollte einen Abstecher ins Daphne Sheldrick’s Orphanage Center einplanen. In dieser Auffangstation finden verwaiste Tiere ein liebevolles Zuhause. Und von Nairobi aus ist auch eine richtige Safari drin. Schließlich beginnt Kenias ältester Nationalpark direkt vor den Toren der Stadt. Im knapp 120 Quadratkilometer umfassenden Nairobi-Nationalpark am Mbagathi-Fluss fühlen sich um die 500 Vogel- und rund 80 Säugetierarten heimisch. Da der Nationalpark relativ klein ist, leben hier keine Elefanten. Es bestehen aber gute Aussichten, Löwen, Leoparden, Flusspferde und Geparden zu sehen. Schutz bietet der Nationalpark außerdem verschiedenen Affenarten und insbesondere den vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörnern.

Kanarische Inseln – geografisch ein Teil Afrikas

Dass die Kanarischen Inseln zu Spanien gehören und man dort im Urlaub ganz bequem mit dem Euro bezahlt, ändert nichts an der Tatsache, dass dieser Archipel vor Marokkos südlicher Atlantikküste geografisch Teil des afrikanischen Kontinents ist. Die Inselgruppe nimmt in Nord-Süd-Richtung gut 200 Kilometer ein, die West-Ost-Ausdehnung beträgt knapp 350 Kilometer. Außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten bietet keine der Inseln, mal abgesehen von Spaniens höchster Erhebung, dem 3.718 Meter hohen Pico del Teide auf Teneriffa. Doch Strand- und Naturbegeisterte sowie Wellenreiter begeistert die kanarische Inselwelt ganz sicher. Allerdings eignet sich nicht jede Insel wirklich gut fürs Faulenzen am Strand, schließlich sind die Kanaren vulkanischen Ursprungs und nicht alle Küsten mit weißen Sandstränden verwöhnt. Grundsätzlich bieten die im östlichen Bereich liegenden Inseln Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria die besten Voraussetzungen für einen Badeurlaub, da sie neben herrlichen Stränden auch ein beständig trockenes und sonniges Klima bieten. Auf den westlichen Kanareninseln Teneriffa, La Gomera, El Hierro und La Palma regnet es nicht nur öfter – vor allem im Norden – sondern die Landschaft prägen auch wesentlich weniger Strände. Dafür gibt es eindrucksvolle Gebirgszüge und viel Grün. Welche der sieben größten Inseln des Archipels begeistert womit? Kleiner Streifzug von West nach Ost:

 

El Hierro

Flächenmäßig etwa so groß wie Fehmarn und Föhr zusammen ist die westlichste Insel des Archipels zugleich die kleinste. Vor allem die urwüchsige Natur und die Ruhe machen den Reiz der touristisch relativ wenig erschlossenen Insel aus. Strände sucht man auf El Hierro vergeblich, denn nahezu die gesamte Küstenlinie prägen mehr oder weniger steil zum Meer abfallende Felsformationen und Klippen. Wo das Land wie im Tal El Golfo im Nordwesten der Insel flach in den Atlantik gleitet, dominieren Steine am Übergang vom Land zum Meer. Das fruchtbare Tal nutzen die Einheimischen zum Anbau von Ananas und Bananen, doch diese Inselregion gehört auch zu den besonders imponierenden Wandergebieten. Schließlich zaubern bis zu 1.000 Meter hohe Felswände zwischen Punta Arenas Blancas und Roques de Salmor sowie der weithin sichtbare Glockenturm von La Frontera eine eindrucksvolle Kulisse. Wer Lust auf ein Bad hat, kann in eines der über die Küste verteilten Naturschwimmbecken steigen, beispielsweise ins Charco Azul bei Los Llanillos. Eine andere aufregende Region von El Hierro zieht sich von West nach Ost über die gesamte Insel: die Cumbre. Auf diesem bewaldeten Bergkamm stößt man auf den Malpaso, mit gut 1.500 Metern höchste Erhebung des Eilands und zugleich ein idealer Aussichtspunkt. Wer es nicht so mit Wandern hat, kommt übrigens auch mit dem Auto zu einigen der spektakulärsten Aussichtspunkte in der Cumbre. Lava- und Vulkanlandschaften sieht man überall in der Cumbre, doch am meisten faszinieren die Mondlandschaften von Los Lajiales im Süden sowie im westlichen Zipfel von El Hierro die um den Faro de Orchilla. Für einen ausgedehnten Waldspaziergang empfiehlt sich der Laurisilva, ein immergrüner Lorbeerwald mit bis zu 30 Meter hohen Bäumen an den Cumbre-Hängen. Den Nordosten der Insel überzieht eine hügelige, fruchtbare Hochebene mit Obstplantagen und Weideland. Zu den Besonderheiten El Hierros gehört außerdem die Vielzahl an Höhlen, die größte davon die Cueva de Don Justo im Süden.

 

La Palma

Diese Insel der Kanaren, die korrekt eigentlich La Isla de San Miguel de La Palma heißt, fasziniert ebenfalls mit außergewöhnlichen Landschaften. Den Süden der Insel durchzieht die Vulkankette Cumbre Vieja, deren höchste Gipfel fast 2.000 Meter erreichen. Im Zentrum von La Palma lockt der Nationalpark Caldera de Taburiente, dessen gewaltigen Krater Schluchten und ein Bergkamm durchziehen. Zu sehen gibt es hier unter anderem Wasserfälle und den Roque Idafe, eine bizarr emporragende Felsnadel. Darüber hinaus stößt man am Rand der Caldera auf den Roque de los Muchachos, den mit 2.426 Metern Höhe größten Berg La Palmas. Fast die Hälfte der Insel überziehen dichte Wälder und auch sonst viel Grün, was dem Eiland den Beinamen La Isla Bonita einbrachte. Größere Strände findet man auf La Palma kaum, dafür einige sehenswerte Ortschaften. Dazu zählen die Inselhauptstadt Santa Cruz de la Palma, das Städtchen San Andrés y Sauces  oder das moderne Los Llanos de Aridane. Fazit: Auf La Palma ist richtig, wer sich gern in der Natur bewegt. Sei es per pedes, mit dem Rad oder hoch zu Ross. Übrigens finden auch Paraglider aufgrund des guten Aufwindes optimale Bedingungen.

 

La Gomera

Klein und wenig touristisch erschlossen ist die Kanareninsel La Gomera. Im Herzen dieses Eilandes stößt man auf das Valle Grand Rey, eine Schlucht mit Obstplantagen, Palmenhainen und terrassenartig angelegten Feldern. Das Tal eignet sich bestens als Ausgangspunkt für Wanderungen über die Insel, zu deren besonderen Naturschönheiten der Bosque El Cedro, ein dichter Lorbeerwald am Rande des zentral gelegenen Garajonay-Nationalparks, gehört. Bei Vallehermosa im nördlichen Bereich der Insel findet man den Vulkanschlund Roque Cano. Eine weitere Laune der Natur sieht man am besten bei einer Bootstour vom Wasser aus: die Felsformation Los Organos an der Nordküste. Die bis zu 80 Meter hohen Basaltsäulen erinnern an einer knapp 180 Meter langen Felswand an Orgelpfeifen mit einem Durchmesser von jeweils etwa einem Meter. Für „Autowanderer“ eignet sich La Gomera eher nicht, denn die außergewöhnliche Landschaft mit ihren vielen zerklüfteten Tälern und kargen Felslandschaften erschließt sich entlang der naturbelassenen Wege vor allem zu Fuß. Innerhalb der Kanaren bietet die Insel La Gomera ganz exklusiv eine kulturelle Besonderheit: „El Silbo“, die Pfeifsprache der Einheimischen. Unbedingt besuchen sollte man die Inselhauptstadt San Sebastian, zu deren besonderen Sehenswürdigkeiten das Rathaus und die Kirche Iglesia de la Asunción zählen. An der Südküste überrascht La Gomera entlang der Playa de Santiago dann noch mit einigen wenigen, aber schönen Stränden.

 

Teneriffa

Als flächenmäßig größte aller Kanareninseln beherbergt Teneriffa mit Santa Cruz de Tenerife den Verwaltungssitz der westlichen Inseln des Archipels. Landschaftlich überaus vielseitig und auch mit einigen Sandstränden ausgestattet, bietet diese Insel wohl jedem das Passende. Wen es vor allem an den Strand zieht, der findet insbesondere an der Südwestküste einige herrliche Strandresorts, beispielsweise Los Cristianos und Playa des Americas. Zu den Geheimtipps zählt die Playa de las Teresitas unweit der Hauptstadt. Doch wer auf Teneriffa nur am Strand faulenzt, lässt sich die eindrucksvollen Landschaften der Insel entgehen. Man muss ja nicht unbedingt den Pico de Teide erklimmen, aber eine Wanderung durch die üppigen Wälder im Norden oder die zentral gelegene Hochebene mit der Caldera Las Canadas hat schon was … Und wem so gar nicht nach Laufen der Sinn steht, kommt mit Bus oder Mietwagen ganz gemütlich über die bestens erschlossene Insel.

 

Gran Canaria

Teneriffas östliche Nachbarin ist reich an Sehenswürdigkeiten, facettenreicher Landschaft und echten Traumstränden. Obwohl es auf Gran Canaria weniger regnet als auf den weiter westlich gelegenen Kanareninseln, gibt es vor allem in den zentralen Regionen wie auch im Norden eine abwechslungsreiche Vegetation. Im Süden liegt Gran Canarias sonnigster und trockenster Bereich. Hier gibt es nicht nur mehrere Kilometer lange Strände mit weißem Sand, sondern es finden sich auch beeindruckende Naturphänomene wie die Dünen von Maspalomas im südlichsten Zipfel der Insel. Gran Canaria ist auf jeden Fall die richtige Insel, wenn man auf Badeurlaub steht. Wie Perlen ziehen sich die touristisch geprägten Badeorte insbesondere die Südküste entlang, wobei es auch an allen anderen Ufern einige schöne Strände und Badebuchten gibt. Die Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria, mit knapp 400.000 Bewohnern zugleich größte Stadt der Kanaren, befindet sich an der Nordostküste. Hier kommen Städtetouristen voll auf ihre Kosten, die sich für Kolonialarchitektur und Kultur interessieren. In der Vegueta, Las Palmas‘ ältestem Viertel, stehen einige Bauwerke, die schon mehrere Jahrhunderte überstanden. Dazu gehören die ab 1497 errichtete Kathedrale Santa Ana und Gebäude wie der Erzbischöfliche Palast am davorliegenden Plaza Santa Ana. Auch sonst entdeckt man beim Bummel durch die verschiedenen Altstadtviertel sehr viele architektonische Schätze. Shoppen kann man natürlich ausgiebig und außerdem einige spannende Museen wie die „Casa Museo de Colón“ oder das „Museo Canario“ besuchen. Ein Abstecher lohnt sich außerdem ins Innere der Insel – vielleicht sogar ein kompletter Urlaub. Ortschaften wie das Bergdörfchen Teror überraschen mit ihrer idyllischen Lage, kolonialer Architektur und interessanten Kirchen. Die Bergwelt mit dem erloschenen Vulkan Pico de las Nieves, dem Roque Nublo und unzähligen Höhlen bietet vielfältige Möglichkeiten für Aktivurlauber. Trekking, Wandern, Mountainbiken und sogar Klettern machen auf Gran Canaria viel Spaß. Außerdem bieten Reitschulen Kurse und Reittouren an, man kann Squads mieten oder sich einer Jeep-Safari anschließen.

 

Fuerteventura

Vor allem für Strandverrückte ist diese Insel eine hervorragende Wahl. Über Fuerteventura, der zweitgrößten Kanareninsel, scheint die Sonne fast jeden Tag im Jahr. Dazu gibt es weiße Sandstrände, soweit das Auge reicht, und dazu sauberes Meereswasser mit badetauglichen Temperaturen. Einer der schönsten Strände zieht sich bei Jandia im Südosten hin, wo das Land besonders flach zum Meer abfällt. Zu den romantischsten Badebuchten zählt die von La Concha, geschützt durch ein vorgelagertes Riff. Bei Corralejo im Norden beeindruckt dazu noch eine faszinierende Dünenlandschaft. Das Wasser taugt außer zum Baden auch zum Windsurfen, denn über Fuerteventura weht das ganze Jahr über immer ein Lüftchen. Unterwassersportler sind vor allem im Süden der Insel richtig, wo es rund um die Meerenge El Rio schöne Tauchreviere mit steilen Riffs gibt. Abwechslung vom Strand findet man unter anderem bei einem Besuch der Inselhauptstadt Puerto del Rosario, zu deren Highlights einige Kirchen sowie das Freilichtmuseum Ecomuseo La Alcogida gehören. Das Innere der Insel zeigt sich landschaftlich eher karg. Allerdings lohnt sich ein Abstecher nach Betancuria mit dem Archäologischen Museum.

 

Lanzarote

Sonne satt und einige Strände bietet auch die östlichste Kanareninsel Lanzarote. Allerdings sind von den gut 200 Küstenkilometern von der Natur nur knapp 30 mit Sand- oder Kiesstränden bedacht worden, die meisten davon im Süden. Die restlichen Uferbereiche sind felsig. (Kite-)Surfer werden von La Caleta de Famara im Nordwesten begeistert sein, wo am kilometerlangen weißen Sandstrand stets ein Wind weht und das Wasser frei von Hindernissen ist. Ein weiterer schöner Strand ist die Playa de la Canteria. Sie zieht sich durch eine von den Famara-Felsen gesäumte Bucht. Nicht zu vergessen die Playas de Papagayo im Naturpark „Los Ajaches“ auf der Inselsüdseite. Weitere, überwiegend kleine Strandbuchten findet man südlich von Orzola. Den Westen von Lanzarote bedecken im Parque National de Timanfaya spektakuläre Lavafelder, die im Sonnenlicht in bunten Farben leuchten. Das brachte dieser an eine grandiose Mondlandschaft erinnernden Region den Namen Montanas del Fuego – Feuerberge – ein. Das Lavafeld des Volcan de la Corona im Norden beherbergt zudem mit den Jameos del Agua ein System von Grotten, Höhlen und Tunneln sowie einen unterirdischen See. Einige interessante Städtchen findet man auf Lanzarote natürlich auch. Eine davon ist Lanzarotes lebendige Inselhauptstadt Arrecive, die an der Südküste liegt. Hier kann man über die schmucke Uferpromenade flanieren, über die Fußgängerzone Calle Real oder durch die kleinen Gassen bummeln, in denen es erstaunlich wenig touristisch zugeht. Seit Ende des 16. Jh. steht in Arrecive die romantische Kirche San Ginés und auch das kleine Castillo de San Gabriel ist einen Besuch wert. Zeitgenössische Kunst präsentiert das im Castillo de San José untergebrachte „Museo International de Arte Contemporáneo“. Zu Lanzarote gehört noch das Inselchen La Graciosa vor der Nordostküste – etwa so groß wie Borkum und damit die kleinste bewohnte Insel der Kanaren. Von Punta Fariones aus kann man mit Booten übersetzen. Das lohnt sich vor allem für diejenigen, die den Strand nicht gern mit allzu vielen anderen teilen: Die Playa de las Conchas gehört zu den wohl zauberhaftesten Strandabschnitten der gesamten Kanaren.

Uganda – grünendes Paradies und Heimat von Afrikas Berggorillas

Zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Kenia liegt, direkt am Äquator, Uganda. Auch ohne direkten Zugang zu einem der Ozeane gibt es in dem ostafrikanischen Binnenland Wasser genug – optimale Bedingungen für eine facettenreiche Flora und Fauna. Seinen Artenreichtum schützt das Land mit zahlreichen Nationalparks und Wildreservaten. Ugandas größtes Schutzgebiet ist der Murchison Falls Nationalpark im Nordwesten des Landes. Auf einer Fläche von knapp 3.900 Quadratkilometern kann man hier neben Antilopen und Warzenschweinen unter anderem Giraffen, Büffel, Elefanten und Löwen beobachten. Im Victoria-Nil leben zudem Flusspferde, Krokodile sowie zahlreiche Vogelarten, darunter der seltene Schuhschnabelstorch. Doch nicht allein die tierische Artenvielfalt fasziniert besonders an diesem Nationalpark, sondern mit seiner facettenreichen Landschaft versetzt das Areal ebenso in Begeisterung. Diese reicht von flachem Grasland und Savannen über Hügel und Feuchtgebiete bis hin zu Buschlandschaften und Wäldern. Natürlich gehört zum Pflichtprogramm in diesem Nationalpark ein Abstecher zu den Murchison Falls. Zwischen Albert- und Viktoriasee stürzt sich der Nil in mehreren Kaskaden in einer schmalen Felsenschlucht brodelnd bis zu 42 Meter in die Tiefe. Um die spektakulären Wasserfälle herum führen mehrere Wanderwege. Man kann das Naturschauspiel aber auch von einem der Boote aus anschauen, die flussabwärts ablegen.

Im südwestlichsten Zipfel Ugandas lädt der Bwindi Impenetrable Nationalpark in eine ganz andere Landschaft ein. Hier geht es durch ein riesiges zusammenhängendes Regenwaldgebiet, eines der größten Ostafrikas. Dieses Naturschutzgebiet zieht sich über Höhenlagen zwischen 1.160 und 2.607 Metern und beherbergt sowohl typische Tiefland- wie auch Gebirgswälder mit sehr altem Baumbestand. Schimpansen, Elefanten und vor allem rund 400 Berggorillas fühlen sich hier wohl. Wer die Primaten aus nächster Nähe sehen möchte, kann sich einer geführten Wanderung anschließen, die allerdings etwas Fitness voraussetzt. Eine weitere Möglichkeit, in Uganda Berggorillas zu sehen, besteht in Ugandas kleinstem Nationalpark im Dreiländereck mit Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo – dem Mgahinga-Gorilla-Nationalpark. In diesem nur rund 30 Quadratkilometer umfassenden Gebiet der Virunga Berge, in dem Grasland und Bergwald dominieren, braucht man allerdings Glück, um tatsächlich Gorillas zu sehen. Die Tiere wandern oft in die benachbarten Nationalparks im Kongo und in Ruanda ab, halten sich aber von April bis Juni sowie von Oktober bis Dezember meist in Uganda auf.

Klappt die Gorillasichtung nicht, kann man sich an den anderen in diesem Nationalpark ganzjährig heimischen Tieren erfreuen. Dazu gehören Waldelefanten, Meerkatzen und Büffel. Und auch die Sumpflandschaften sowie die außergewöhnliche Vulkanlandschaft sind spektakulär, die höchste Erhebung erreicht immerhin 4.507 Meter. Einer der bekanntesten Nationalparks ist der Queen Elizabeth Nationalpark, zu finden im Süden Ugandas an Edward- und Georgesee. Viele der rund 600 hier vorkommenden Vogelarten bekommt man bei einer Bootstour auf dem beide Seen verbindenden Kazinga-Kanal zu Gesicht, dazu Nilpferde und im Uferbereich unter anderem Elefanten, Riesenwaldschweine und Nilwarane. Auf geführten Wanderungen oder Safaritouren durch dichten Regenwald, offene Savanne und Buschland kommt man im Ishasa Gebiet außerdem Leoparden, Löwen, Pavianen, Schimpansen und Hyänen auf die Spur. In vielen der Kraterseen sind außerdem Flamingos zuhause. Im Norden Ugandas wartet mit dem Kidepo Valley Nationalpark noch ein weiterer besonderer Park. In der von Gebirgszügen umgebenen Savannenlandschaft kann man hier rund 80 Säugetier- und 500 Vogelarten beobachten, von denen einige nirgends sonst in Uganda vorkommen.

Mayotte – Frankreichs afrikanisches Naturparadies

Klingt französisch, ist es auch – Mayotte. Dabei muss man zum Inselreich doch schon so einige Kilometer zurücklegen … Denn Mayotte liegt auf dem afrikanischen Kontinent, genauer gesagt zwischen Mosambik und Madagaskars nordöstlicher Küste, und gehört aus geografischer Sicht zu den Komoren. Mayotte ist eine Inselgruppe, die aus der Hauptinsel „Grande Terre“ (umgangssprachlich auch Mayotte), der Ile Pamanzi („Petite Terre“) und der Ile M’Zamboro sowie etwa 30 unbewohnten Inseln besteht. Im 101. und damit jüngsten französischen Departement zahlt man natürlich mit Euro und kann sich einfach mit dem Personalausweis auf den Weg machen. Direktflüge zum einzigen internationalen Airport Dzaoudzi Pamandzi auf Pamanzi gibt es von Deutschland aus allerdings nicht. Man muss auf jeden Fall mindestens einen Zwischenstopp in Frankreich einplanen. Städtetouristen bietet der Archipel im Indischen Ozean eher wenig. Und abgesehen vom Fischereimuseum in Mamoudzou, dem Museum rund um Vanille und Ylang-Ylang bei Saba sowie dem Botanischen Garten von Coconi gibt es auch kaum nennenswerte Sehenswürdigkeiten.

Dafür strotzt das ostafrikanische Inselreich nur so vor überwältigenden Landschaften mit Regenwäldern und Traumstränden, dazu noch einer Unterwasserwelt wie aus dem Bilderbuch. Noch immer gedeihen im tropischen Klima auf Mayotte Gewürz-, Tabak- und Duftpflanzen, allerdings längst nicht mehr so viele wie vor einigen Jahrzehnten. Doch der Duft von Vanille und den als „Blume der Blume“ bekannten Ylang-Ylang-Gewächsen ist auf Mayotte allgegenwärtig. Überall auf den Inseln beeindruckt scheinbar unberührte, tropische Vegetation: Kokospalmen, Affenbrot-, Drachen- und Tulpenbäume, Bambusstauden, Riesenfarne und dazwischen allerlei Orchideenarten sowie andere exotische Blumen. Inmitten dieser Herrlichkeit flattern bunte Schmetterlinge. Beobachten kann man in Mayottes Tierwelt verschiedene seltene Maki- und Lemurenarten sowie Seychellen-Flughunde. Wer möglichst viele besondere Eindrücke sammeln möchte – und gut zu Fuß ist, kann die Hauptinsel auf einem etwa 100 Kilometer langen Wanderweg umrunden. Idyllische Wanderwege führen auch auf den zentral gelegenen, 660 Meter hohen Mont Benara und den 594 Meter hohen Mont Chongui im Süden sowie einige andere Erhebungen der Vulkaninsel. Reich an Sehenswertem sind auf Mayotte vor allem die umliegenden Gewässer – und zwar nicht nur für Taucher. So bekommt man im Réserve de Saziley im Süden Meeresschildkröten zu Gesicht, die sich hier zwischen November und April paaren.

Etwa im gleichen Zeitraum tauchen Buckelwale mit ihrem Nachwuchs hier auf. Pudelwohl fühlen sich im ganzjährig etwa 25 Grad warmen Wasser außerdem Delphine. Ein außergewöhnliches Fleckchen versteckt die Hauptinsel bei Dapani. Inmitten von sattem Grün zieht sich hier Les padzas entlang, eine von steilen Wänden umgebene Schlucht inmitten einer ziegelroten Gesteinsformation. Erklimmt man die kleine Steintreppe, so öffnet sich der Blick auf eine nahe gelegene Lagune. Das Réserve „Passe en S” östlich der Hauptinsel gehört zu den weltweit größten in sich geschlossenen Lagunen. Bis zu 30 Meter geht es im glasklaren Wasser in die Tiefe. Selbst beim Schnorcheln kann man fast überall bis auf den Grund blicken und dabei vieles von der kunterbunten Unterwasserwelt voller farbenprächtiger Pflanzen und Fische sehen. Begrenzt wird die Lagune von imposanten Korallenriffs, in denen sich weitere Meeresbewohner tummeln. Wer sich lieber nicht nass macht, kann die Faszination der Unterwasserwelt vom Glasbodenboot aus genießen. Entlang der Küsten verwöhnen in den Lagunen Strände mit weißem Puderzuckersand und Karibikfeeling, aber es gibt durchaus auch Strandabschnitte mit schwarzem Sand, viele davon auf der Südseite der Insel.